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Orthopädie

Bei Beschwerden und Schmerzen am Bewegungsapparat helfen Ihnen unsere Orthopädie-Spezialisten am Kantonsspital Schaffhausen ihre Mobilität wiederherzustellen – individuell, persönlich und ganzheitlich in der Chirurgie sowie in konservativen Therapieformen.
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CH-8208 Schaffhausen

Geschätzte Patientinnen und Patienten

Sie haben ein Gelenkproblem nach einem Sportunfall oder zunehmende Abnutzungs-probleme eines Ihrer Gelenke? Unsere Fachärzte stehen Ihnen mit Engagement zur Abklärung Ihres Problems zur Verfügung. Wir haben dafür leichten Zugang zu den neuesten technischen Mitteln (CT, MRI, SPECT-CT) bei uns im Hause. Uns liegt daran, dass Sie verstehen, was sie haben, damit Sie mitentscheiden können. Im Falle einer Operation beraten wir Sie ausführlich, um gemeinsam den richtigen Entscheid für oder gegen eine Operation zu treffen. Denn Sie stehen bei uns im Mittelpunkt. Wir legen grossen Wert darauf, mit Ihrem Hausarzt Ihr Gesundheitsproblem gemeinsam zu behandeln, denn er ist und bleibt Ihr wichtigster Ansprechpartner in Sachen Gesundheit. Ihr Hausarzt kann auch uns bei Ihrer Behandlung tatkräftig unterstützen.

Unter der unten angeführten Rubrik 'Leistungsangebot' sind bei Weitem nicht alle, aber die häufigsten Gesundheitsprobleme am Bewegungsapparat aufgeführt, die wir mit neuesten Techniken behandeln. Dazu haben wir Grundsätze unseres Denkens und Entscheidens angeführt. Sie sollen Ihnen Anregung, Unterstützung und Information sein zu verstehen, wie wir denken.

Gerne beraten wir Sie in unseren Sprechstunden näher.

 

Dr. med. Christoph Brumm
Leiter Orthopädie

Kunstegelenk-Ersatz
Bei abgenutztem Hüftgelenk benötigt es einen Kunstgelenkersatz. Die wichtigen Neuerungen sind:

Der Minimal invasive Zugang zu Ihrem Hüftgelenk.

    • Diese neueste Zugangstechnik wurde entwickelt, weil bei den herkömmlichen operativen Zugängen von der Seite, der Hauptmuskel oder dann die Aussendreher des Hüftgelenkes abgelöst werden müssen. Tritt wegen schlechtem Wieder-Anwachsen des Muskels nach der ersten Operation oder wegen eines später notwendigen Wechseleingriffs am Gelenk, ein Schaden am Muskel von über der Hälfte seiner Masse auf, bleibt für immer ein Hinken zurück. Ein Muskel-Schaden unter 50% nach Ersteingriff, wird nicht wahrgenommen (Versteckter Schaden der herkömmlichen Techniken)

 

    • Diese neueste Zugangstechnik wurde entwickelt, weil Kunstgelenke nach erfolgter Operation über einen herkömmlichen, aber insbesondere hinteren Zugang, in bis zu 10% der Fälle wieder aus ihrer Pfanne springen können. Auch bei dem modernen Zugang sind noch Ausrenkungen möglich, insgesamt aber sehr viel seltener (<1%).

 

    • Diese neueste Zugangstechnik wurde entwickelt, weil nach einem Minimal-Invasiven Zugang ohne Ablösen wichtiger Muskelteile der Patient in der Regel mit normalen Schmerzmedikamenten nahezu schmerzfrei ist. Des Weiteren ist der Blutverlust meist deutlich geringer.

 

    • Fazit: Patienten unter 75 Jahren sollten über einen Minimal-Invasiven Zugang nach Hueter (vorderer Zugang zum Hüftgelenk) operiert werden, damit Sie möglichst nie, wegen Muskelschaden am operierten Hüftgelenk, Hinken müssen. Wenig Schmerz nach der Operation, in der Regel wenig Blutverlust und die geringere Ausrenkgefahr des Gelenkes ist für Patienten aller Altersstufen ein nicht unerheblicher Vorteil.

 

    • Der Metall-Schaft im Oberschenkelknochen und die Metallpfanne im Becken sind aus Titan, das zusätzlich beschichtet ist, damit ein schnelles Anwachsen des Knochens am Kunstteil erfolgt. Wir verwenden die Hüftprothesen der Firma ImplantecR vom Typ Ananova. Es stehen uns drei Schaftvarianten zur Verfügung, die je nach Eignung verwendet werden. Das jüngste Mitglied dieses Prothesen-Portfolio ist der Kurzschaft 'Alpha Proxy'. Mit ihm gelingt es weniger Knochenraum am Oberschenkelknochen zu belegen und das Drehzentrum der Hüfte genauer wiederherzustellen.

 

    • Die Gleitpaarung ist Kugel und Pfanne, die an Schaft und Pfanne des Kunstgelenkes auf- bzw. eingesetzt werden. Sie sind die Teile, die gegeneinander Reiben. Wir verwenden deshalb Kopf und Pfannen-Inlay aus Keramik. Die Keramikteile stammen von der Firma CeramtecR, die von der Amerikanischen Gesundheitsprüfstellen FDI geprüft und ihre Produkte zugelassen wurden. Geringer Abrieb und keine Abstossreaktion des Körpers gegen das Kunstgelenk, sind die Vorteile.

 

    • Hüftprothesenwechsel Operationen: Auch Wechseloperationen können immer mehr über den Minimalinvasiven Zugang durchgeführt werden. Weniger Risiko zu Hinken und die Schmerzen nach dem Eingriff, die früher häufig sehr stark waren, sind die Vorteile.

 

Knie

Bei abgenutztem Kniegelenk bleibt meist nur noch der Kunstgelenkersatz.

2004 wurde von uns zum ersten Mal im Kanton SH, der Kunstgelenkeinbau mit Hilfe einer Computer Navigation mit Erfolg durchgeführt. Seit zwei Jahren sind wir nun Entwickler der neusten Einbauhilfe für künstliche Kniegelenke, die die Computer-Navigation abgelöst hat. Das Verfahren nennt sich PSI = Patienten Spezifische Instrumente. Wir arbeiten mit unserem langjährigen Schweizer Knietotalprothesen Hersteller, der Firma Mathys zusammen.

Für die Anwendung von PSI wird vom betroffenen Kniegelenk ein CT (Computer Tomographie) gemacht. Die Computer-Daten werden zu einer natürlichen Form des Patientenknies umgerechnet. Mit Hilfe dieser Form kann der Operateur auf einer Website (www.onefit medical.com) hoch exakt die Knochenschnitte planen, auf denen dann die Prothese zu sitzen kommt. Mit Hilfe des neuen 3D-Druckerverfahrens, stellt die Firma Onefit medical Schnittschablonen her, die exakt auf den individuellen Knochenvorsprüngen des Patienten aufsetzen (PSI). Die Schnittschablonen verfügen über einen Säge-Spalt, über den der Sägeschnitt am Patientenknochen, an geplanter Stelle, gesägt werden kann. Der hochgenaue Einbau des Kunstgelenkes ermöglicht bei deutlich mehr Patienten, als bisher, ein problemloses mechanisches Funktionieren des Kunstgelenkes zu erzielen.

 

Warum diese Kniegelenke?

Typen der Knie Totalprothese

    • BalanSys: Seit 20 Jahren ein bewährtes Kniegelenk, das zum Zeitpunkt 13 Jahre mit 97.3 % Überlebensrate aufwartete. Auch die eigene Erfahrung spiegelt bisher diese hervorragende Standzeit.
    • GMK sphere: Ein Knie neueren Datums, in das die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse über den Bewegungsablauf im Knie eingeflossen sind.
    • Journey II BCS: Auch in dieses Knie sind die neusten Erkenntnisse über unsere Kniefunktion eingeflossen. Es eignet sich für spezielle 'Knietypen' besonders gut. Das Knie ist für Nickel-Allergiker geeignet.
    • Das Wichtigste: Alle diese Knie lassen sich mit PSI Schnittschablonen einbauen.

Wenn das Kniegelenk mit der Genauigkeit einer Computer-Tomographie (CT) eingebaut werden kann, wer will dann noch einen Einbau von blossem Auge?

PSI = Patienten- Spezifische Instrumente (= auf das Patientenknie zugeschnitten Schnittschablonen), meint computer-genaues Planen des Sitzpunktes der Prothese im Patientenknie. Mit Hilfe der gedruckten Schnittschablonen wird die Planungsgenauigkeit des Computers in das Patientenknie übertragen. Der genaue Sitz des Kunstgelenkes (Bisher immer nur ein Mass des Auges des Operateurs!!!) bringt jedem Patienten eine deutlich verbesserte Chance auf eine gute mechanische Kniefunktion. Das Schwergewicht der Nachbehandlung liegt dann noch auf der Behandlung der Weichteilschwellung.

Schulter

Stark schmerzhafte Schultergelenk sind keine sehr häufige Erkrankung. Es werden zwei Grundtypen von Schulterarthrose unterschieden. Arthrosen mit erhaltenen Führungssehnen der Schulter (primäre Schulterprothesen) und Arthrose mit kaputten Führungssehnen (Inverse Schulterprothesen).

Primäre Prothesenmodelle dienen zum Ersatz einer kaputten Gelenkoberfläche, die in Zusammenspiel mit den noch intakten Führungssehnen der Schulter zubringen sind. Die eingebauten, künstlichen Oberflächen funktionieren mit den eigenen Sehnen, die die Schulter bewegen. Der Eingriff erfordert genaue Kenntnisse der Schulter-Anatomie und erfordert ein gründliches Lösen der meist verdickten und steifen Schulterkapsel. Eines der wichtigen Operationsziele ist die neue Gelenkpfanne in ihrer Ausrichtung und Höhe wie die ursprünglich gewachsene Gelenkpfanne zu positionieren. Gleiches gilt auch für den Oberarmkopf, der ähnlich wie bei der Hüfte mit Schaft und Kugel ersetzt wird. Auch hier hilft inzwischen PSI-Planungstechnik (Patienten- Spezifische Instrumente), vor allem dann, wenn die Gelenkpfanne schon stark abgenutzt und fehlorientiert ist, d.h. ihre ursprüngliche Gelenklinien-Höhe und Ausrichtung nicht mehr erkennbar sind. In normalen Fällen gelingt allerdings der Einbau auch ohne Spezialtechnik gut, da die erhaltene Knochenfläche der Gelenkpfanne die genaue Ausrichtung und die Gelenklinien-Höhe sichtbar festlegt. Auch an der Schulter, ähnlich wie am Hüftgelenk, werden zunehmend auf der Oberarmseite Kurzschaftprothesen Eingebaut, wie zB. die Affinis short (Mathys). Damit wird an die Zukunft gedacht. Wenn sich das erste Gelenk abgenutzt hat, kann so leichter ein Prothesen-Wechsel auf eine Revisionsprothese, oft auf eine Inverse Schulterprothese vorgenommen werden.

Der Einbau von Inversen Schulterprothesen hat in den letzte 10 Jahren stark zu genommen. Es handelt sich dabei um Schulter-Prothesen, die ohne die Führungssehnen der Schulter dem Patienten eine schmerzfreie und alltagstaugliche Beweglichkeit zurückgeben. Der Drehpunkt, das Drehen des Armes im Schultergelenk, wird normalerweise durch die Führungssehnen der Schulter realisiert. Das Prinzip dieser aussergewöhnlichen Prothese hat in Frankreich vor über 30 Jahren ein Dr. Grammon entwickelt. Es wurde zunächst belächelt und ist heutzutage aus der Schulterchirurgie nicht mehr wegzudenken. Denn Dr. Grammon hatte die Idee, auf der Seite der ursprünglichen Pfanne eine künstliche Kugel und auf der Oberarmseite die dazu passende Pfanne einzubauen (eben Inverse Prothese). So gelingt es wieder einen Drehpunkt für den Arm beim Heben künstlich herzustellen.

Inverse Schulterprothesen bieten sich einerseits für den Einbau bei abgenütztem Gelenk mit fehlenden Führungssehnen an, andererseits bei Sturz im Alter auf den Arm. In solchen Fällen zerbricht oft der Oberarmkopf derart, dass eine Reparatur nicht möglich ist. Der Einbau einer Inversen Schulterprothese hat in den letzten Jahren für solche Unfälle stark zugenommen. Diese Prothese funktioniert einfach viel besser als alle alten Verfahren.

Die Inverse Schulterprothese Affinis wird seit 10 Jahren, die Inverse Prothese von Tornier noch deutlich länger eingesetzt. Tornier war Vorreiter in der Schulterprothetik. Die Affinis der Firma Mathys macht die Kugel auf Seite der Pfanne aus Kunststoff, was den Verschleiss senken soll.

Sport-Orthopädie
Bei Sportunfällen gibt es zwei grosse Gruppen: Schäden an der Schulter durch Überlastung und Schäden durch Unfälle/sportliche Zwischenfälle.

 

Schulter

Reissen der Führungssehnen der Schulter wegen Unfall oder Überlastung: Die Sehnen sind sehr wichtig – Sie gewährleisten den Drehpunkt des Armes (Armheben!)

 

Für Ihre Orientierung ein paar Grundprinzipien der Behandlung:

    • Zuvor schmerzfreie Schulter, frisch abgerissene Sehne vom Knochen, gut erhaltene Muskulatur zur Sehne -> Diese Fälle haben die beste Chance auf Anheilung: Empfehlung zur Operation: Sehnenrefixation

 

    • Teilriss der Sehne, Besserung durch Physiotherapie: Zuwarten möglich, aber sobald wieder mehr Schmerzen auftreten, ist mit einer Rissausweitung zu rechnen. Dann ist wichtig keine Vogelstrauss Politik zu betrieben, sondern baldige Abklärung des Sehnenzustandes. Findet sich im MRI eine Rissausweitung: Empfehlung zur operativen Refixation der abgerissenen Sehne.

 

    • Sehnen, die drei bis 5 Jahre abgerissen sind, zeigen oft eine Verfettung des dazugehörigen Muskels. Der verfettete Sehnen-Muskel Apparat funktioniert dann nie mehr. Der Riss gilt dann als irreparabel. In solchen Fällen gibt es Muskel-Sehnen Ersatzoperation, die nur durch wenige Spezialisten durchgeführt werden. Diese Eingriffe können aber längst nicht bei jedem Fall durchgeführt werden. Es gilt also möglichst die stumme Verfettung und Zerstörung des Muskel-Sehnen-Apparates bei Sehnenriss zu erkennen und zu vermeiden.

 

    • Wichtig: Ein Sehnenriss gilt als operabel, wenn es in der Operation gelingt die Sehne wieder auf ihrem Fusspunkt zu fixieren, irreparabel, wenn dies nicht mehr möglich ist und/oder der Muskel der gerissenen Sehne verfettet ist und so keine Funktion mehr haben wird.

 

    • Wichtig: Die Refixation der Sehne bedeutet, eine Operation war erfolgreich; bedeutet aber noch nicht, dass das Operationsresultat erfolgreich sein wird.

 

    • Das Operationsresultat gilt als erfolgreich, wenn die Sehne anheilt und so die Schulter wieder funktioniert.

 

    • Wir verfügen über keinen Gewebe-Kleber, mit dem sich die Sehne an den Knochen kleben lässt und sofort fest ist. Der Körper muss mit Narbengewebe die Sehne selber wieder ankleben.

 

    • Die Sehnen werden heutzutage mit Ankersystemen aus der Schlüsselloch-Chirurgie fixiert. Die Haltekraft dieser Anker ist kleiner oder im besten Fall ähnlich gross, wie die Zugkraft des Muskels an der Sehne, die fixiert wurde.

 

    • Eine Ruhigstellung der Schulter nach der Operation für 6 Wochen ist also unabdingbar. Danach soll die Schulter langsam in eine Alltagsbelastung zurückgeführt werden. Denn die Sehne braucht im Durchschnitt 3 Monate bis sie für Alltagslast fest ist.

 

    • Allerdings bleibt eine angeheilte Sehne leider immer eine 'geflickte' Sehne. Schwere Arbeit, wie auf der Baustelle oder ähnlich harte körperliche Berufe überlasten meist auch gut wieder angeheilte Sehnen.

 

Operationstechnik

    • Der ursprüngliche Standard der Operationstechnik ist der offene Zugang zur Schulter. Dabei wird ein Teil des Hauptmuskel (Kaputzenmuskel) der Schulter abgelöst und zum Abschluss des Operation wieder refixiert. Er muss wieder anwachsen. (Was der Muskel bei korrekter Operationstechnik auch problemlos tut, In unserer eigenen 20 jährigen Erfahrung ohne Probleme). Der Hautschnitt führt entlang der Linie eines Hemdträgers und ist ca. 6-8 cm lang. Korrekt gelegt bleibt eine feine weisse Narbenlinie. Offen kann alles, was an der Schulter gemacht werden muss, gemacht werden

 

    • Die Schlüsselloch-Technik ist in den letzten 10-15 Jahren stark von Firmen und gewissen Operateuren propagiert worden und hat sich heute in ihren Resultaten der offenen Technik angeglichen. Teure Ankersystem (300.- bis 400.- sFr. pro Anker) haben sich entwickelt und sind heute von brauchbar guter Qualität. Der Vorteil der Technik liegt im Sehen können, was mit den Schulterstrukturen los ist. Nachteile sind, dass die Instrumente über kein Handgelenk verfügen, wie z.B. ein Operations-Roboter(Davinci) und der technische Aufwand ist erheblich und teuer. Die Operationszugänge hinterlassen meist 3 bis 5 Löcher im Kaputzenmuskel (Portale). Das Muskelgewebe wird im Bereich dieser Portale geschädigt. Die Portale an der Schultervorderseite können länger schmerzhaft sein.

 

    • Gewisse Schulterspezialisten mischen beide Techniken, um die Vorteile der jeweiligen Technik nutzen zu können. Also zuerst Schlüsselloch-Technik zur visuellen Beurteilung der Situation, durchführen verschiedener Arbeiten, die in Schlüsselloch-Technik schonender sind, um dann zum Schluss v.a. die seitliche Heber- und rückseitige Aussendreher-Sehnen über einen 'Miniopen' Zugang mit einer speziellen Doppelfixationstechnik zu refixieren. Miniopen Zugang bedeutet, dass an ausgewählter Stelle die Haut über 3-4 cm geschnitten wird, um die Muskellängsfasern des unterliegenden Kaputzenmuskels zu spalten und wie einen Vorhang auseinander zu halten. Der Kaputzenmuskel braucht so nach getaner Arbeit nicht mehr refixiert zu werden, sondern bleibt am Ansatz intakt. Der Zugang ist schondender als im Bereich von Protalen.

 

    • Die Resultate zwischen offener, kombinierter oder reiner Schlüsselloch Technik zeigen keinen relevanten Unterschiede. Die Schlüsselloch Technik zeigt an der Schulter leider keine schmerzersparende Wirkung, wie an der Hüfte oder der Gallenblase. Die Sehnen heilen ebenfalls nicht besser an, inzwischen gleich gut, dank verbesserter Ankersysteme.

 

    • In unserem Team bieten wir jede Zugangstechnik an. Ohne speziellen Wunsch wird grundsätzlich in Schlüsselloch-Technik vorgegangen. Die Technik wird situativ durch den Miniopen Zugang ergänzt, wenn sich ein Doppeltfixationsverfahren der seitlichen Heber-Sehnen anbietet. In den Miniopen Zugang werden allfällige, vorgängig gesetzte, seitliche Portallöcher integriert, so dass ein ansprechendes ästhetisches Resultat bleibt.

 

    • Für die Ruhigstellung nach Sehnenrefixation geben wir ein Abduktionskissen ab. Dieses hält den Arm in ca. 30° Abspreizposition vom Körper weg. Der Zug an den genähten Schultersehnen wird dadurch um 3-5 kg gesenkt.

 

Ausrenken der Schulter

Bei ausgerenkten Schultern muss für jeden Patienten der individuelle Weg gefunden werden. Grundsätzlich gilt: Je jünger und je sportlicher ein Jemand ist, desto eher ist die operative Stabilisierung der Schulter mit Hilfe der Schlüsselloch-Technik empfohlen. Allerdings besteht nach 5 Jahren ein 5-10% Risiko die Schulter wieder auszurenken.

Eine neue Operationstechnik, die sich an alte Verfahren anlehnt, ist in den letzten Jahren stark aufgekommen v.a. für junge Sportler! Es handelt sich um die Stabilisierung nach Latarjet. Dieser Eingriff stellt allerdings eine grundsätzliche und unwiederrufliche Veränderung der Schulteranatomie dar. Langzeitergebnisse bzw. die Frage hinsichtlich möglicher Spätprobleme sind noch ausstehend.

Knieverletzungen
Riss des vorderen Kreuzbandes

Die Verletzung des vorderen Kreuzbandes ist eine der häufigsten Bandverletzung am Kniegelenk. Grundsätzlich gilt auch hier, dass für jeden Verunfallten seine individuelle Lösung gefunden werden muss. Das reicht von nicht operativen Massnahmen (Physiotherpaie), über Naht des Kreuzbandes innerhalb 3 Wochen nach Riss (Ligamys Firma Mathys) bis zum Ersatz des Kreuzbandes (klassisch BTB Plastik in Bruderholz Technik oder STT Ersatzplastik ArthrexR).

 

Grundprinzipien der Behandlung

    • Ein Kniegelenk mit gerissenem Kreuzband bleibt immer ein lädiertes Knie. Eine Kreuzbandersatzplastik macht das Knie nicht mehr gesund. Die vorgezogene Kniearthrose lässt sich nicht verhindern. Gleiches gilt für die Knie ohne Operation. Für Knie mit genähtem vorderem Kreuzband, wissen wir noch nicht, ob diesbezüglich ein Vorteil besteht.

    • Muss jedes Kreuzband operiert werden? Nein! Bis 20% der Knie mit gerissenem Kreuzband bleiben stabil, nicht im genauen klinisch Untersuch, aber in der Funktion, wie der Verunfallte sie fühlt und erlebt. Bei einem späteren, ähnlichen Unfall kann aber eine schwerere Verletzung der restlichen Kniebänder resultieren.

    • Ein am Kreuzband verunfalltes Knie kann sofort oder besser nach einer Rehabilitationsphase von 6-12 Wochen neu beurteilt und operiert werden. Ungünstiger Operationszeitpunkt ist zwischen 2 und 4 Wochen, je nach Reizzustandes des Gelenkes (Überhitzung, noch schmerzhafte Schwellung, Wasser im Gelenk mit Beugeschwäche!)

    • Patienten, die Berufssportler sind oder Risikosportarten für Knie (Stopp and go) und Leben (Klettern etc.) betreiben oder körperlich fordernde Berufe haben, ist meist ein Kreuzbandersatz zu empfehlen.

    • Die Operation des Kreuzbandersatzes bringt dem Verunfallten nur dann spürbar einen Gewinn, wenn er an einer Knieinstabilität in seinem Alltagsleben leidet oder eine für Ihn wichtige Berufs- oder Sporttätgikeit nicht mehr ausüben kann.

 

Operationstechniken

Der Kreuzbandersatz wird bei uns mit Schlüsselloch-Technik durchgeführt. Wir bieten zwei Verfahren an.

    • Die Ersatzplastik mit einem Drittel des Kniescheibenbandes nach Bruderholz-Technik. Die Technik ist anforderungsreich und braucht Zeit. Sie hinterlässt aber direkt am Knie kaum Fremdmaterial. Die kräftige Sehne ist ein optimales Transplantat und wächst mit seinen endständigen Knochenblöcklein rasch und zuverlässig an. Es werden nur sehr kleine Knochenblöcklein aus Kniescheibe und Schienbein gehoben, weswegen es kaum zu Problemen am Hebeort des Transplantates kommt.

    • Als zweites Verfahren verwenden wir die 4-fach umgeschlagene STT-Sehne (Beugesehne am Oberschenkel) in Zusammenhang mit den technischen Einbaugeräten und Festhalte-Systemen der Firma ArthrexR.

 

Die Kreuzbandnaht

    • Das gab es schon einmal und war erfolglos. Neu an diesem Verfahren ist aber ein Sicherungskabel, das an einer Federsystemschraube fixiert ist und so die Naht des Kreuzbandes schützt.

    • Die Firma Mathys hat zusammen mit Prof. Eggli Bern das neue Nahtverfahren entwickelt und seinen Erfolg dokumentiert. Das Kreuzband muss aber am Oberschenkelknochen ausgerissen sein und die Naht innert drei Wochen erfolgen!

    • 20% der Kreuzbänder heilen so, dass das Knie funktionell stabil bleibt. Näht man das Kreuzband, weiss man naturgemäss nicht, ob es die Operation gebraucht hätte. Dieser Umstand wurde dem Verfahren angekreidet. Inzwischen ist es freigegeben.
Fuss-Probleme
Die häufigsten Probleme am Fuss betreffen den Vorfuss. Die schräg zur Kleinzehe hin abweichende Grosszehe macht häufig im Schuh Beschwerden. Ist barfuss Gehen nicht schmerzhaft, kommt meist eine Stellungskorrektur in gerade Position bzw. Angleichung der Grosszehe an die II. Nachbarzehe als operative Lösung in Frage. Dies zu bewerkstelligen wurden in den letzten 100 Jahre über 160 verschieden Operationstechniken entwickelt. Die moderne operative Korrektur eines 'Hallux' wird mit einer Chevron-, Scarf-Osteotomie oder Tarsometatarsale I Arthrodese bewerkstelligt.

Grundprinzipien bei Korrektur von 'Hallux'-Problemen

    • Korrektur von Zehenfehlstellung nur bei Schmerzen, nicht aus kosmetischen Überlegungen anstreben. Ausnahme müssen gut besprochen sein.

    • Eine Scarf-Osteotomie ist der heutige Standardeingriff zur Korrektur einer Grosszehen-Fehlstellung. Dazu wird der erste Mittelfussknochen, auf dem die Grosszehe sitzt, z-förmig durchtrennt. Es entsteht ein frei bewegliches Knochenstück mit dem Grosszehengelenk daran, das nach aussen verschoben werden kann, bis die Grosszehe gerade, mindestens aber parallel zu zweiten Zehe steht. Mit Kleinen Schrauben werden die beiden gegeneinander verschobenen Knochenstücke wieder aneinander fixiert.

    • Bei schweren Abspreizungen des ganzen Grosszehen-Fusstrahles reicht eine Korrektur mit Scarf-Osteotomie nicht mehr. Der erste Fusstrahl wird als Ganzes nach aussen gewendet. Damit er in der Korrekturstellung bleibt, wird er im dazugehörigen Mittelfussgelenk versteift. Der Eingriff nennt sich Lapidus- oder TMT-I Arhtrodese.

    • Nebst diesen Standard-Eingriffen verwenden wir bei milden Abweichungen eine modifizierte Chevron Osteotomie. Dazu wird direkt oberhalb des Grosszehengrundgelenkes der Knochen Chevron (V-) förmig durchtrennt, um so das gelenktragende, freie Knochenstücken nach aussen verschieben zu können. Der Hallux richtet sich so wieder gerade. Hilfreich ist auch eine Akin-Osteotomie. Dazu wird aus dem Haupt-Knochen der Grosszehe ein Keil herausgeschnitten und so die Zehe selber wieder gerade gerichtet. Dieser Eingriff ist meist nur ein Zusatzeingriff der anderen Hallux-Korrektur-Operationen.
    • Der Knochen der bei den obig erwähnten Eingriffen durchtrennt werden muss braucht 6 Wochen Heilzeit, bevor man ihn wieder belasten darf, ansonsten bricht er durch. Bei Fusionen im Mittelfuss dauert es sogar 8 Wochen bis wieder belastet werden kann.

 

    • Nicht nur der Knochen muss nach Hallux Operation wieder heilen, sondern auch die den Knochen umgebenden Weichteile wieder abschwellen. Auch dies kann Zeit in Anspruch nehmen. Nicht so selten bis 3 Monate.

 

    • Eine Korrektur-Operation am Hallux benötigt also Ruhe und Zeit in der Nachbehandlung! Daran muss vor dem Entscheid zur Operation gedacht werden! (Vereinbarkeit mit Beruf und Alltag)

Rühren die Beschwerden am Hallux aus dem Grosszehengelenk heraus, sind also auch beim barfuss Gehen noch vorhanden, ist das Gelenk häufig zerstört. Kunstgelenke als Ersatz haben sich bisher nicht überzeugend durchgesetzt. Bisherige Versuche endeten meist bei einer Überlebenszeit des Gelenkes um fünf Jahre herum. Es bleibt bei jüngeren Patienten bisher nur die Versteifung des Grosszehengrundgelenkes in einer Funktionsstellung. Die meisten Menschen schrecken vor der Vorstellung einer Versteifung zurück. Richtig gemacht, kann man damit aber auch einen Marathonlaufen. Das Training erspart die Operation aber nicht! Bei älteren Menschen, die nicht mehr hohe Gehleistungen vollbringen wollen, kann zur Schmerzlinderung ein Teil des Gelenkes entfernt werden. Es braucht danach keine höheren Anforderungen an Schonung oder Knochenheilung. Es muss vorallem die Haut heilen, was sie in 2-3 Wochen tut.

Plagen die Kleinzehen mit Hühneraugen (Clavus) und Fehlstellung im Grundgelenk (Ausrenkung) stehen auch hier seit vielen Jahrzehnten viele verschieden Operations-techniken zur Verfügung. Die bisherigen Eingriffe haben die Nachteile entweder 'Plampi'-Zehen, oder unnatürlich gestreckte Zehen, oder eine Zehe mit lebenslang teuren Klammern (400 sFr.) darin oder in der Nachbehandlung herausstehende Drahtenden als Begleit- oder Folgeerscheinung zu haben. Wir haben deshalb eine eigene, inzwischen über mehrere Jahre erprobte Operationstechnik entwickelt. Die Operationszeit ist etwas länger. Es braucht keinen Draht, aber einen sorgfältigen Verband, der die Zehe für 4-6 Wochen schient. Die Durchblutung der Zehe ist während des Eingriffs weniger beeinträchtigt als bei den alternativen Methoden. Es resultiert eine natürliche Zehenform.

 

Grundprinzipien Zehenoperationen

    • Eine Operation an der Kleinzehe ist im Vergleich zum gesamten Körper eine kleine Operation, für die Zehe selber, aber eine sehr grosse!

    • Das Kapsel-, Sehnengewebe an den Zehen hat eine Heilzeit von 4-6 Wochen. Die Nachbehandlung braucht also Zeit. Zur Überbrückung dieser Zeit, stehen spezielle Therapieschuhe zur Verfügung. Das Weichgewebe einer Zehe kann, unabhängig von der Operationstechnik, sehr lange oder für immer etwas geschwollener bzw. dicker bleiben!

    • Wird keine Drahtführung verwendet, damit die Zehe ein natürliches Ausssehen behält, benötigt es für 4-6 Woche einen Spezialverband.
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